"Wandel"

Kaum eine Stadt hat so viele Gesichter wie Berlin und kaum eine Stadt ändert seine Gesichter so schnell.

Die Jahrzehnte der Teilung und die verschiedenen Ideologien mit denen die Stadt in dieser Zeit entwickelt wurde, haben eine deutliche Spur hinterlassen. Ein Vierteljahrhundert nach dem Mauerfall sind die Grenzen zum Teil zerflossen und die Stadt beginnt eins zu werden.

Altes wird ständig mit Neuem integriert, wird abgelöst, wird assimilliert.
In einigen Stadtteilen scheint die Zeit noch still zu stehen und andere scheinen komplett neuerrichtet zu werden.


Rund um die Ruschestrasse

Wer in die "Rusche" gebracht wurde, für den gab es selten ein Zurück. Die berüchtigte Gegend um die ehemalige Stasizentrale ist heute angesagte Baugegend. Im Schatten der Verwaltungsgebäude entstehen vor allem Apartmenthäuser. Unweit von Friedrichshain - bis etwa zu Lichtenberger Brücke - soll nördlich der Frnakfurter Allee ein "grünes Refugium" entstehen.
So meinen die Stadtplaner und Investoren.

Bornholmer Strasse

Vor der Wende war die Bornholmer Strasse eine Sackgasse - an deren Ende die Böhse Brücke, auf der im November '89 die Grenze geöffnet wurde. Heute verbindet sie im nördlichen Berlin Ost und West. Aus der ehemaligen Ruhezone ist eine Magistrale geworden. Die Wurzeln sind aber auch heute noch sichtbar. Insbesondere auf der nördlichen, der pankower Seite, scheint die Stadt ein gutes Stück entfernt. Aber auch hier beginnt der Wandel massiv Einfluss auf das Stadtbild zu nehmen.

Weißenseer Spitze

In den 80iger Jahren noch JWD, in den 90igern vom Fall der Mauer und dem Bau-Boom überrascht, ist die Gegend um die Weißenseer Spitze, östlich der Prenzlauer Promenade, heute eine seltsame Mischung aus Ruinen aller Jahrzehnte der letzen einhundert Jahre. Und die Baukräne sind schon wieder allgegenwärtig...

Berlin Mitte

"Mitte" - das hypermoderne, sterile Zentrum Berlins. Mitnichten, auch hier gibt es noch viele Ecken, die die Wurzeln Berlins dokumentieren.

Wedding - Wollankstr. / Prinzenallee

Der Wedding ist vor allem durch seine ausgeprägte türkische Kultur bekannt. In der Wollankstraße fließen deustches Bier, beider Länder Tradition und Moderne zusammen.

Rund um das Dong Xuan Center

Inmitten des ehemaligen Industriegebiet in Lichtenberg ist seit vielen Jahren ein asiatischer Großmarkt etabliert: das Dong Xuan Center. In mittlerweile sieben großen Hallen befinden sich hunderte kleiner Läden, die vor allen an den Wochenenden mehr als gut besucht sind.
Rundherum befinden sich Reste der DDR-Industrie und der Stolz des sozialistischen Wohnungsbaus: die Platte.

Oberschöneweide

Damals wie heute wird die Gegend Edison Ecke Wilheminhofstraße von den alten Transformatorenwerken geprägt. Heute stehen nur wenige Teile leer; viele Gebäude werden neu genutzt - vom Discounter, über Billard-Hallen und Bodybuilding-Studios bis hin zu Kunstwerkstätten haben hier neue Nutzer Einzug gehalten.

"Rundlokschuppen" an der Heinersdorfer Brücke

Ein sprödes, deutsches Wort, dass nicht viel vermuten lässt. Indes, das Gebäude ist wahrlich atemberaubend. Ein hundert Meter durchmessendes Holzdach, das weit über dem Kopf des Besuchers schwebt.
Der Hauch von Generationen von Bahnarbeitern liegt noch in der Luft.

Böhmisches Brauhaus

Irgendwie eine Schande für die Biertrinkernation. Aber irgendwie auch ein Platz der Kreativität.

Polizeirevier Weißensee - Hauptwache

Bis zum Mauerfall wollte hier keiner sein, der nicht Freund der DDR war. Jetzt will niemand mehr hier sein.

Rummelsburg - An der Hauptstrasse

Vom Ostkreuz führt die Hauptstrasse vorbei am Heizkraftwerk Klingenberg nach Schöneweide und Köpenick.
Die vier Spuren der Strasse mit den Gleisen der Strassenbahn dazwischen und ein kilometerlanger, hoher, schwarzer Eisenzaun trennen eine ausgedehnte Townhouse-Siedlung von einem gescheiterten Sanierungsprojekt.
Offenbar ist hier das Geld bereits vor vielen Jahren ausgegangen. Einige Wohnblocke haben halbfertige Dämmungen und neue Fenster, auf denen noch die blaue Schnutzfolie klebt, andere sind in dem Zustand, der der natürlichen Erosion von 50 Jahren nach ihrer Errichtung entspricht.


Friedrichshain - Wandel

Friedrichshain, traditionell einer der Arbeiterbezirke Ostberlins, wird heute kaum noch von den Menschen bewohnt, die hier in den 70iger und 80iger Jahren aufgewachsen sind. Daür sind junge Menschen aus der ganzen Welt gekommen.

Abseits der Touristenmeile um die Simon-Dach-Str gibt es viel Kreatives; eine faszinierende Mischung aus Altem und Neuem; moderne Wohnanlagen füllen die größeren Lücken und prägen bereits jetzt einige Straßenzüge.


Weißensee - Bleibt!?

Weißensee, im Norden von Berlin, hat 20 Jahre lang die Wende überschlafen - und wacht jetzt auf.

Friedrichshain, Rigaer Str.

Eine der letzten besetzten Straßen in den späten 90igern. Die Besetzer haben studiert, sind Ärzte und Anwälte geworden und haben die Häuser gekauft. Noch heute haben einige Ecken ihren alternativen Charme behalten. Aber auch hier sind die Apartmenthäuser auf dem Vormarsch.


Weißensee - Komponistenviertel

Die Berliner Allee teilt Weißensee; das östliche Komponistenviertel erlebt gerade einen heftigen Umbruch - hier werden nicht nur die Lücken bebaut - es wird umgestaltet und modelliert.


Hohenschönhausen

Im Herzen der Plattenbauten. Berliner aus den östlichen Bezirken fahren hier meist nur zum Möbelkauf her. Aber ein Ausflug lohnt sich. Ehemalige, vietnamesiche Gastarbeiter der DDR und nachfolgende Generationen haben hier ihre Kultur etabliert. Die Gegensätze zwischen Einfamilienhäusern und leer stehenden Plattenbauten könnten größer nicht sein.


Lichtenberg

Lichtenberg kommt. Sagt man so. Noch ist davon nicht viel zu spüren aber im alten Lichtenberg, abseits der Platte, ist viel Potenzial.


Rund um Europa City

Hinter dem Hauptbahnhof, in nördlicher Richtung, befindet sich ein ca. 40 Hektar großes Gebiet auf dem "Europacity" entstehen soll. In kaum einem Teil von Berlin ist der Wandel so drastisch wie rund um dieses Gebiet. Mit dem neuem Ministerium des Inneren ist in den letzten Jahren eines der größten und modernsten Gebäude Europas entstanden. Und dennoch befinden sich, aufgrund der ehemaligen Grenzlage, in unmittelbarer Nähe viele alte Mietskasernen.
Auf dem designierten Gelände befinden sich ausgedehnte Freiflächen, stille Uferpromenaden. Die unmittelbare Nähe zum Haupbahnhof und zum Herzen der deutschen Politik ist nicht zu spüren. Der Einfluß vom angrenzenden Wedding und Moabit ist gering - man befindet sich in einer Oase, ja fast in einem Niemandsland.
Siehe auch in Wikipedia


Pankow - Hinter dem Schlosspark

Die große Zeit des "Neubaus" hat in Pankow bereits kurz nach der Wende stattgefunden. Der Stadtteil war allerdings nie so zerstört und "heruntergekommen", wie andere Gebiete. In den 90igern wurden vor allem die Fasseden getüncht und restauriert - der städtische Wandel war, abgesehen von dem Bereich um die Kirche, eher gering. Heute entstehen in den grünen Lücken wieder Apartmenthäuser - nicht ohne Widerstand.


Gesundbrunnen - zur Kreuzung Badstr./Turmstr.

Die Badstrasse vom Gesundbrunnencenter runter zur Kreuzung Pankstrasse ist nicht für ihre Schönheit bekannt. Doch wer sich traut, in die teils dunklen, Einfahrten zu den Höfen zu gehen, der wird überrascht sein. Fachwerke und großzügige grüne Höfe zeugen vom einst ländlichen Charme - ganz im Gegensatz zu den Hinterhöfen der Mietskasernen im Prenzlauer Berg oder Friedrichshain. Auf der Badstr. selbst sind einige prunkvolle Häuser erhalten - Zeugen einer Ära, die längst vergangen ist.